Klimaresiliente Gewerbegebiete Kronberg
Experten zeigen in Kronberg, wie klimaresiliente Gewerbegebiete durch Begrünung, Entsiegelung und Förderung entstehen.
Bei der Veranstaltung des Vereins Aktives Kronberg diskutierten Fachleute Strategien für Klimaresiliente Gewerbegebiete Kronberg. Im Mittelpunkt standen Begrünung, Entsiegelung, Wassermanagement und Fördermöglichkeiten für Unternehmen. Praxisbeispiele zeigten, wie nachhaltige und klimaangepasste Gewerbegebiete erfolgreich umgesetzt werden können. Experten zeigen in Kronberg, wie klimaresiliente Gewerbegebiete durch Begrünung, Entsiegelung und Förderung entstehen.
Hier der Text unsere Pressemiteilung
Die Folgen des Klimawandels machen vor Kronberg nicht halt!
Dies war die einleitende Botschaft der Vorsitzenden des Vereins Aktives Kronberg, Andrea Poerschke, zur Veranstaltung „Grün statt Grau – Chancen für Unternehmen und Gewerbegebiete in Zeiten des Klimawandels“ am 18.6.2026 in den wunderbar gekühlten Kronberger Lichtspielen. Die letzten Hitzetage mit mehr als 40 Grad untermauern ihre Aussage. Insofern ist es folgerichtig und sogar überlebensnotwendig, sich damit zu befassen.
Mehrere Experten waren eingeladen, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen auf diesem Gebiet einzubringen, geht es doch darum, klimaresiliente, nachhaltige Gewerbegebiete in Kronberg zu schaffen. Hierzu hatten die Stadtplaner Kronbergs, mit dem Ersten Stadtrat Heiko Wolf an der Spitze, bereits Vorgaben für die neu zu entwickelnden Gewerbegebieten gemacht, die sehr ambitioniert seien, da sie zur Dach- und Fassadenbegrünung, zur Verringerung der Flächenversiegelung und der Nutzung von Brauchwasser aus Zisternen beitragen würden, so Poerschke.
Prof. Dr. Jörg Dettmar plädierte für nachhaltige Gewerbegebiete durch Entsiegelung von Bestandsflächen, Fassadenbegrünung, Anpflanzung von Bäumen, Versickerungsmulden und Zisternen. Die direkte Ansprache der Unternehmen könnte helfen, den Anfang zu machen und die Transformation einzuleiten. Angesichts einer steigenden Anzahl von Hitzetoten zähle jeder Quadratmeter Grün und das Miteinander, um resilienter zu werden. Das Wissen um Fördermöglichkeiten könnte helfen, um die Angst vor den Kosten zu minimieren.
Frau Hildegard Boisserée-Frühbuss, Leiterin des Netzwerks Gewerbegebiete im Wandel beim Wissenschaftsladen (Wila) Bonn verwies auf bundesweite Fördermöglichkeiten für Begrünung, Retentionsflächen, Wassermanagement und vieles mehr. Die von ihr erwähnten Maßnahmen für Unternehmen unterstützten die Vorschläge ihres Vorredners. Sie betonte einen Aspekt, der nicht zu unterschätzen sei: die höhere Motivation und Zufriedenheit von Mitarbeitenden von Unternehmen die ökologische Verantwortung zu übernehmen. Der zunehmende Bedarf an Beratung verweise darauf, dass Unternehmen wach geworden seien. Der Wila Bonn berät Kommunen und Unternehmen bei der Transformation zu klimaangepassten Gewerbegebieten. Wie eine nachhaltige Gestaltung von solchen Gebieten gelingen könne, wird gerade in einem Modellprojekt mit den Städten Bocholt, Vreden, Iserlohn und Remscheid gezeigt. „Gewerbegebiete müssen nicht grau und trist sein, sondern können wertvolle Bestandteile grüner Städte sein“, betont sie.
Frau Sabine Steinmann, Umweltmanagementbeauftragte der SPIR STAR AG in Rimbach, einem Unternehmen mit 138 Mitarbeitenden, das zu den Hidden Champions gehört und Hochdruckschläuche herstellt, berichtete über die naturnahe Umgestaltung des Firmengeländes. Dafür wurde das Unternehmen mehrfach prämiiert. Dabei hob sie hervor, dass die Einbindung der Mitarbeitenden während der Arbeitszeit und deren gewachsenes Interesse an Umweltschutz eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung gewesen seien. Der bewusste Umgang mit Ressourcen sowie der Gedanke der Nachhaltigkeit seien tief in der Unternehmenskultur und -politik verankert. Sie wünschte sich mehr Flexibilität der Politik: ihr Unternehmen wollte beispielsweise eine Freiflächen-PV-Anlage errichten, erhielt dafür aber leider keine Genehmigung.
In der anschließenden Diskussion wurden ergänzende Überlegungen der Teilnehmer deutlich: Mangelndes Wissen führe zu Untätigkeit. Es müsse zudem gelingen einen emotionalen Bezug zum Thema und eine Form des Zusammenhalts zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden herzustellen. Gerade die Stadtverwaltungen wurden als wichtig Ansprechpartner angesehen, um Klimaanpassungsmaßnahmen voranzubringen. Die Stadtverwaltung Kronberg habe bereits einiges getan, so der Erste Stadtrat, Heiko Wolf, u.a. verantwortlich für die Bereiche Stadtplanung, Bauen, Umwelt, und Immobilienmanagement. So habe Kronberg zum 2. Mal das Label „StadtGrün naturnah“ erhalten.
Mit dieser Veranstaltung gab der Verein Aktives Kronberg konkrete Anregungen und Beispiele für Kronberger Unternehmen, wie bestehende Gewerbegebiete nachhaltig und klimagerecht gestaltet werden können.
Eine Exkursion zur SPIR STAR AG ist bei entsprechendem Interesse möglich, hierfür gab es eine ausdrückliche Einladung durch Frau Steinmann.
Hier findet Ihr die Präsentationen unserer Referenten:
Präsentation von Prof. Dr. Jörg Dettmar:
Gewerbeflächen als Baustin einer nachhaltigen (Klein)-Stadt
Präsentation von Hildegard Boisserée-Frühbuss
Gewerbegebiete mit Zukunft – attraktiv und klimaresilient






