Knappes Gut Wasser: Kronberg muss jetzt handeln
Aktives Kronberg hat aus Anlass der aktuellen Situation in Kronberg eine Pressemitteilung zum Thema Wasserknappheit in Kronberg verfasst.
Wasser wird immer wertvoller
Die rote Wasserampel in Kronberg macht deutlich, dass Wasser durch den Klimawandel zu einer immer knapperen Ressource wird. Hitze, Trockenheit und Waldbrände zeigen, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit dem knappen Gut Wasser ist.
Nachhaltige Lösungen nutzen
Aktives Kronberg verweist auf erfolgreiche Beispiele aus Mannheim und Königstein, wo Grauwasser aufbereitet und zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen wiederverwendet wird. Solche Wasserkreisläufe könnten auch in Kronberg einen wichtigen Beitrag zum Wassersparen leisten.
Gemeinsam in die Zukunft investieren
Der Verein fordert die Stadt auf, bei Neubauten und öffentlichen Einrichtungen moderne Wasserkonzepte zu prüfen und stärker auf Regenwasser- sowie Grauwassernutzung zu setzen. Nur durch gemeinsames Handeln lässt sich das knappe Gut Wasser langfristig schützen und Kronberg auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.
Hier der Wortlaut der Pressemitteilung
Tierwelt und Vegetation leiden-Wasser fehlt. Wie reagieren wir darauf?
Zeit für Investitionen in die Zukunft – Zeit zum Umdenken findet Aktives Kronberg!
Seit 31.07.2026 steht die Wasserampel in Kronberg auf Rot und es steht damit wieder einmal ein besonders sensibles Thema, unser Umgang mit der Ressource Wasser, im Fokus!
Die schweren Brandereignisse, insbesondere Frankreich, Griechenland und Spanien berühren uns alle, und zwar nicht nur weil es unsere klassischen Urlaubsziele betrifft, sondern weil es ein unglaubliches Leid für hunderttausende Menschen und für Haus -und Wildtiere bedeutet. Als Verursacher ist, neben der Monokultur in der Forstwirtschaft und falscher Bewirtschaftung von Freiflächen, der Klimawandel ausgemacht, der Hitze, Dürre und andererseits kaum beherrschbare Überschwemmungen auslöst.
Die Landwirtschaft erleidet durch die Dürre Verluste wie auch die Schifffahrt durch den Niedrigwasserstand in unseren Flüssen grosse Schwierigkeiten hat.
Ressource Wasser -einmal mehr wird deutlich, wie wichtig ein verantwortungsbewusster Umgang mit ihr ist, denn auch bei uns fehlt der Regen und damit das Wasser aufgrund des Klimawandels. Aber was sind die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis? Was machen wir daraus?
Unser Verein hatte 2022 zum Thema „Wassersensitive Stadtgestaltung“ eingeladen. Der planerische Schwerpunkt der vorgestellten Stadtentwicklungsprojekte lag dabei darauf, den Herausforderungen des Klimawandels adäquat und in einer vorrausschauenden architektonischen und technischen Weise zu begegnen.
Das Pilotprojekt „Am Aubuckel“, das mit der GBG Wohnungsbaugesellschaft in Mannheim verwirklicht wurde, zeigt, wie man beispielsweise mit „Grauwasser“ umgehen kann, das üblicherweise ungenutzt und unwiederbringlich in der Kanalisation verschwindet.
Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes für einen Wasserkreislauf, das aus der Kombination eines ausgeklügelten und hoch effizienten Filtersystems, der Wiederverwendung des gereinigten Wassers und Zisternen besteht, konnte dann nach Fertigstellung am 6.9.2025 von interessierten Bürgern bei einer gemeinsamen Exkursion besichtigt werden.
Über unsere Nachbargemeinde Königstein war in der Taunuszeitung vom 10.Juli 2026 zu lesen, dass das Wasser des Kurbades nach einer solchen Aufbereitung zur Bewässerung des neuen Parks mit Bäumen, Sträuchern und offenem Bachlauf in der Stadtmitte verwendet werden wird. Allein durch das Spülen der Filteranlagen des Kurbades fallen dort pro Woche 200 bis 400 Kubikmeter Wasser bisher als „Abwasser“ an. Es wurde bisher ungenutzt in die Kanalisation abgelassen.
Wasser ist das daher nun das zentrale Thema bei der neuen Entwicklung der Stadtmitte in Königstein. Die Arbeiten rund um das Wasser, die Ende 2027 abgeschlossen sein sollen, werden in diesem Zusammenhang im Rahmen des Bundesprogramms „Urbane Räume“ gefördert.
In Anbetracht der prekären Situation durch den Ausfall von Regen und knapper Wasserressourcen in Kronberg, die Bürgerinnen und Bürger dringend zum Wassersparen anhält, fragt der Verein Aktives Kronberg, welche Maßnahmen in einem größeren Maßstab möglich sind, um Wasser dem Verschwinden in der Kanalisation zu entziehen.
Wie viel Wasser verliert das Waldschwimmbad bei der Reinigung der Filteranlagen? Wie ist die Regelung nach Saisonschluss, was passiert mit dem Wasser im Becken?
Bleibt es vollständig im Becken bzw. wieviel davon wird in die Kanalisation entleert?
Ist vielleicht in Anbetracht einer zur Erneuerung anstehenden Anlage im Waldschwimmbad über den technischen Ansatz in der Nachbarstadt Königstein nachzudenken?
Ist eine Abgabe gleichermaßen gereinigten Wassers zur Verwendung als Grauwasser an das neu zu gestaltende EFC Gebäude oder an den nahen Golfclub eine Überlegung wert?
Die Abgabe von Regenwassertonnen durch die Stadtverwaltung Kronberg fand sehr großes Interesse! Das Bewusstsein und der Wille der Bürgerinnen und Bürger ist ganz offensichtlich vorhanden und lässt sich sicher weiter fördern und für weitere Anwendungen ausweiten. Aber wie könnten sich auch Unternehmen in Kronberg zu einer sinnvollen Verwendung von Regenwassersammlung und Weiterverwendung für unser Grün motivieren lassen?
Es braucht gemeinsame Anstrengungen und in einem größeren Maßstab, um Kronberg Grün zu erhalten.
Für den Verein Aktives Kronberg stellt sich daher die Frage, welche Maßnahmen ergreift die Stadt Kronberg, beauftragt durch entsprechende kommunalpolitische Entscheidungen, um die wertvolle Ressource Wasser im größeren Stil zu nutzen?
Wird das Konzept des Wasserkreislaufs bei Neubauten, beispielsweise bei der Wohnbebauung am Bahnhof oder dem Wohnbaugebiet an der Altkönigstraße angewendet werden?
Mit Blick in die Zukunft wären es sicher sinnvolle Investitionen, denn die nächste Hitzewelle kommt bestimmt und nicht nur in diesem Jahr. Der Klimawandel wird uns zum Umdenken zwingen.
Den aktuellen Stand der Wasserampel in Kronberg können Sie auf der Webseite der Stadt Kronberg einsehen!
Vorherige Artikel zum Thema Wasser von Aktives Kronberg:
Beitragsbild: 4kodiak von Getty Images via Canva.com



